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Pflege von Milchzähnen:

Schlechte Zähne sind oft eine Folge schlecht gepflegter Milchzähne

Viele Menschen glauben, die Milchzähne brauchten nicht besonders gepflegt zu werden, weil man sie ohnehin nicht lange behält. Das ist ein folgenschwerer und oft auch kostspieliger Irrtum.

Die ersten Zähnchen haben wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der Kiefer und die richtige Stellung der bleibenden Zähne.

Damit die nachrückenden, bleibenden Zähne an den richtigen Stellen durchbrechen können, müssen ihnen die Milchzähne im Kiefer den nötigen Platz freihalten. Das können sie aber nicht, wenn sie vorzeitig verloren gehen. Denn die Nachbarzähne kippen in die entstandene Lücke. Jene verengt sich, und der durchbrechende bleibende Zahn kann sich nicht richtig in die Zahnreihe einordnen: Er wächst schief.

Milchzähne sind besonders durch Karies gefährdet

Dafür, daß Milchzähne so leicht Karies bekommen, gibt es mehrere Grunde:

    * Kinder essen mehr Süßes als die Großen,
    * Kinder putzen ihre Zähne noch nicht so gut,
    * Milchzähne haben noch einen weicheren Schmelz.

Um diese Ursachen der Karies wirksam zu bekämpfen, ist es wichtig, Mund und Zähne regelmäßig und richtig zu pflegen und zweimal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen, damit die Zähne kontrolliert, eventuell behandelt und auch Zahn- und Kieferfehlstellungen moglichst frühzeitig erkannt werden können.

 

Zahnpflege muß mit dem ersten Zahn beginnen

Ist das erste Zähnchen da, muß es mit einem Mulläppchen oder mit einem Wattestäbchen behutsam sauber gewischt werden.

Wenn Ihr Kleines etwas größer ist, können Sie ihm seine eigene (kleine) Zahnbürste anvertrauen, damit es lernt, richtig mit ihr umzugehen. Vielleicht gewöhnt sich Ihr Kind sogar schon daran, regelmäßig die Kauflächen der Zähne allein zu putzen. Die Zahnpflege lernt sich übrigens viel leichter, wenn Sie ein Spiel daraus machen.

Daß Sie es sind, der Ihrem Kind die Zähne richtig putzt, braucht dabei gar nicht aufzufallen.

Im Kindergartenalter geht es rund

Mit 4 bis 5 Jahren können Kinder lernen, daß die Zähne nicht durch Hin- und Herschrubben mit der Zahnbürste geputzt werden, sondern durch kleine kreisende Bewegungen.

Dennoch ist es nach wie vor Aufgabe der Eltern, bei ihren Kindern für die richtige Zahnpflege zu sorgen. Dazu gehört auch, daß sie ihnen die Zähne nachputzen.

Damit das richtige Zähneputzen möglichst bald zu einer guten Gewohnheit wird und kein Zahn zu kurz kommt, soll immer die gleiche Reihenfolge eingehalten werden: zum Beispiel von rechts nach links, erst oben dann unten, erst die Außen-, dann die Innenflächen und zuletzt die Kauflächen. Und das jeweils beim letzten Zahn beginnend, langsam nach vorn wandernd, um beim letzten Zahn der anderen Seite aufzuhören (Erwachsene sollten mit den schwieriger zu reinigenden Innenflächen beginnen).

Wer seine Kinder zu gründlichem Zähneputzen anspornen will, macht das mit Färbetabletten (wobei eine halbe in der Regel vollkommen ausreicht). Sie färben alles rot, was noch nicht sauber ist, und sind damit auch eine gute Erfolgskontrolle.

Der Sechser ist besonders wichtig

Gemeint ist der erste große, bleibende Backenzahn (der häufig mit einem Milchzahn verwechselt wird).

Er beeinflußt die Stellung und Ausrichtung aller später durchbrechenden Zähne. Darum muß der Sechser (oder auch Sechsjahr-Molar) besonders gründlich gepflegt werden.

Auch beim Zähneputzen sollten die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen.

Fördern Sie die Neugier und den Nachahmungstrieb Ihres Kindes, zum Beispiel indem Sie sich gemeinsam die Zähne putzen. Dann lernt es nochmal so leicht, wie man es richtig macht:

    * 3 x täglich 3 Minuten nach dem Essen und grundsätzlich nach dem Genuß von Zucker.

Nach einiger Zeit und Übung wird Ihrem Kind die Zahnpflege ebenso selbstverständlich wie die Körperpflege sein. Für die Mühe in der Anfangszeit wird es vielfach belohnt - mit einer besseren Gesundheit der Milchzähne und der bleibenden Zähne.